Die CIG und Freunde veranstalteten einen weiteren Sozialevent und besuchten zum zweiten Mal die Mitgliederversammlung des Gymerverein Kirchenfelds. Es handelte sich um ein Jubiläum, das 25ste, zu welchem der Gymerverein Kirchenfeld am Donnerstag 5. April in die Mensa eben jenes Schulgebäudes geladen hatte.
Vorstand und Gäste sassen sich fast in gleicher Anzahl gegenüber. Wohlwollende und freudige Wiedersehen gab es, die meisten Gesichter sind vom letztem Jahr vertraut. Die Partizipation der CIG überraschte und sorgte für Freude; das Durchschnittsalter wurde messbar gesenkt, was für Optimismus sorgte.
Der Vorstand präsentierte ausgearbeitete Pläne, die eine grössere Anpassung und Umgestaltung vorsahen. Die Sitzung wurde eröffnet und schreitete in feierlicher Vereinsmanier voran. Budget, Mitgliederzahl und Vereinsvermögen wurden nüchtern präsentiert. Konkrete Pläne und Schritte um dem leichten Defizit entgegenzuwirken, wurden präsentiert. Es fallen jedoch leider immer mehr (Noch-)Mitglieder aus, welche ihre Rechnung nicht begleichen. Zukünftig sollen Rechnung und Einladungen per Mail versendet werden – um den hohen Versandkosten entgegen zu wirken.
Es steht eine Neupositionierung des Ehemaligenvereins aus. In den Jahren wurden unzählige Projekte mitfinanziert und etlichen Ideen der Schülerschaft zum Erfolg verholfen. Darum ist man sich einig, dass es einen positiven Zuwachs an Mitgliedern geben soll. Indem mehr angeworben wird, und vermehrt Geld gesprochen wird. Der Verein soll sich wandeln und stärker werden im “Vernetzen” und “Fördern”.
Und plötzlich reibte sich die friedliche Gesellschaft und es steckt scheinbar Feuer unter dem Dach. Der Antrag, den Mitgliederbeitrag mehr als zu verdoppeln, stiess auf harsche Kritik auf der einen Seite, doch ebenso auf Verständnis und Zustimmung auf der Andern. Es wurde diskutiert und argumentiert. Emotionen in Gesichtern und Tonlagen fassbar. Bis schliesslich dazu durchgerungen wurde abzustimmen. Der urschweizerische Geist setzte sich durch: Demokratische Abstimmung, mit Stimmrecht für jeden. Eifrigen Verfechtern für oder gegen den Vorschlag ratterte es hörbar im Kopf: wie soll man abstimmen? Wie kommt mein Anliegen durch? Welcher Modus soll gelten? Die Spielregeln wurden definiert, irgendwie wird argumentiert, heisse Köpfe – ruhige Köpfe, auf welche Seite schlägt das Pendel aus?
Die Abstimmung wurde kurz daraufhin durchgeführt. Ein Kompromissentscheid.
Der jährliche Mitgliederbeitrag von CHF 20.- wird verdoppelt. Der Vorschlag von CHF 50.- des Vorstandes kam nicht durch.
Sitzungszeit hat sich verdoppelt. Der Stolz wurde ramponiert, einzelne Köpfe waren rot angelaufen, andere strahlten erleichtert.
Apéro. Und bevor zur Verabschiedung einander die Hand gereicht wurde, wurde angestossen und sich erklärt, geschwätzt über Wichtiges und Nichtiges. Kontakte geknüpft und aufgefrischt. Man wird sich wieder sehen – denn es sind immer die Gleichen, ab und zu einer mehr.
“Bravo!” sagen wir zum schweizerischen kleinbürgerlichen Demokratieverständnis. Was wir sahen, war unserer Ansicht nach per excellence erfreulich und viel erklärend – Aufklärend: spiritus helveticus.
Das Beitragsbild zeigt die Kirchenfeldbrücke im Jahr 1893.
