Die CIG und Freunde in der Schaukäserei in Affoltern im Emmental

An Weihnachten sind die ausgeflogenen Berner oft wieder in zuhause Bern. Die CIG nutzt das aus umeinen weiteren erfolgreichen Event abzuhalten, sich wieder zu sehen, auszutauschen und wieder einmal Käse zu machen. Heute steht für einmal Emmentaler an. Mit zahlreichen teilnehmenden Freunden fahren die Mitglieder per Zug und Postauto nach Affoltern im Emmental. Der Anlass ist sehr gesellig und wird mit einem reichlichen Apéro umrahmt.

Wie entsteht Käse abseits vom politischen Bern?

  • Der Emmentaler nimmt dazu ganz schön viel Milch. Auf 1 kg Käse kommen deren 12. Käsekühe, welche kein Silofutter erhalten.
  • Der Fettgehalt sollte 3% betragen, d.h. es wird abgerahmt oder zugerahmt.
  • In einem grossen Kupferkessel wird die Rohmilch erwärmt. Diese kann auch gefiltert und pasteurisiert sein.
  • Erwärmt wird auf einem Feuer. Am besten stellt man den Kessel in einem alten verrussten Holzschopf auf. Das sorgt für eine heimelige Atmosphäre.
  • Die Zugabe von Milchsäurebakterien lassen den Käse vorreifen.
  • Danach wird Lab hinzugegeben. Lab sind Enzyme aus dem Labmagen von Kälbern, welches die Milch eindickt um sie verdaubar zu machen. Ein Enzympendant beim Menschen entsteht in der Bauchspeicheldrüse.
  • Bei 27 – 32°C dickt die Milch ein.
  • Gesellig lässt man eine halbe Stunde vergehen, dann folgt der Käsebruch mit der Käseharfe. Je kleiner die Bruchstücke geschnitten werden, je härter der Käse.
  • Weiteres Einkochen führt zum Zusammenziehen der Käsekörner, das Vorkäsen.
  • Mit sauber gewaschenen Unterarmen taucht der Käser ein Tuch durch den ganzen Kessel, führt die Enden zusammen und hebt das Ganze heraus in eine vorgefertigte runde Form. Die Molke wird herausgefiltert und der Grund, wieso der Käser Gummistiefel trägt, wird ersichtlich.
  • Abtropfen, pressen und wenden.
  • Zum Schutz vor schädlichen Bakterien wird der Käse in einer Salzlake gebadet, was die Rinde formt.
  • Der Käse wird mit der gewünschten CIG-Etikette versehen und kommt in die Reifung.

Der Käse wird uns nach drei Monaten zugestellt: Ein weicher Käse, für die einen gummig, für die anderen ideal. Ein Kontrast – für die Städter ein Einblick in das Leben auf dem Lande – idealisiert an diesem einen Tag. Die Welten in denen wir leben sind gegengesetzt und doch deswegen voneinander abhängig. Ein Käse regt an jedem Tisch die Sinne an und verbindet somit Gross und Klein.

Das Beitragsbild zeigt die Kirchenfeldbrücke im Jahr 1906.

Quelle: http://expoarchiv.ch/pictures/bern_stadt/bak43_kirchenfeld.jpg